Geburtstag | Kuchen und Torten

Regenbogengeburtstag

von am Oktober 10, 2020

Sicherlich erinnert ihr euch an den ersten Lockdown im letzten Jahr, natürlich, wer tut das nicht… Damals wurden die Kinder gebeten einen Regenbogen zu malen oder zu basteln und diesen ans Fenster zu hängen, so dass man, wenn man spazieren geht, sieht, dass man in dieser Zeit nicht alleine ist. Dies fanden wir eine wirklich süße Idee und haben mitgemacht.

Während dem Basteln fiel den Mädels auf, wie schön solch ein Regenbogen ist und es kam der Wunsch auf, solch einen Regenbogen als Einladung zum nächsten Geburtstag zu basteln. Gesagt, getan und so waren die Einladungen schon 6 Monate vor der Feier fertig, so schnell waren wir noch nie.

Der eigentliche Geburtstag lag glücklicherweise nicht in der Lockdown Zeit, so dass er mit einigen Gästen stattfinden konnte. Ihr konntet es ja bereits bei Instagram verfolgen. Die Planung war etwas anders als sonst, da wegen der Jahrgangsmischung an unserer Schule, auch Viertklässlerinnen eingeladen waren. So musste die Schatzsuche schon etwas herausfordernder sein, als eine, die nur für Siebenjährige stattfindet, dachte ich zumindest und behielt letztendlich recht. So Schatzsuchen sind aber wirklich eine Sache für sich, ich habe tatsächlich im Vorfeld nach „schon fertigen Schatzsuchen“ zum kaufen gesucht, allerdings irgendwie nicht das richtige für uns gefunden, so dass ich doch selbst ran musste. An was man da alles denken, basteln und einfach kreativ sein muss. Ihr kennt das ja…

Und dennoch: die Dinge, die wir verwendet haben, haben außer viel Zeit nichts gekostet. Buntes Papier, Schnüre und Luftballons haben wir immer Zuhause. Lediglich ein Bogen Papier für die Schatzkarte haben wir gekauft. Klickt euch mal durch die Bilder, vielleicht findet ihr Inspiration.

Da alle Gäste bereits in die Schule gehen, wurden Aufgaben mit eingebunden, wie z.B. Rechenaufgaben oder das Kreuzworträtsel zum Schluss. Letzteres war schwierig, aber gemeinsam haben sie es geschafft. Insgesamt hat die Schatzsuche etwa 1,5 Stunden gedauert. Die Schätze waren kleine Umhängetaschen und Holztieranhänger, die sie selbst gestalten konnten. Ich versuche bei der Auswahl der kleinen (!) Geschenke so wenig Müll wie möglich zu verursachen und wähle Sachen aus, die nicht gleich in der nächsten Ecke landen und nie wieder angeschaut werden. Die Mädels laufen noch immer mit ihren Taschen umher, was mich natürlich sehr freut. Auch Süßigkeiten gibt es bei unseren Geburtstagen nicht, da sie selbst im Alltag selten verlangt werden, sah ich bisher keinen Grund, sie an Geburtstagen anzubieten. Außerdem gibt es ja immer Kuchen und Obst.

Im Petto hatte ich noch alle möglichen Spiele, die letztendlich aber nicht nötig waren, da sich die Mädels selbst beschäftigt haben und viel Spaß miteinander hatten. Nur eins durfte nicht fehlen und danach wurde direkt zu Beginn der Feierlichkeit gefragt: die Fotobox. Die ist bei allen Geburtstagen tatsächlich zu einem festen Bestandteil geworden und nicht nur die Kinder haben ihre helle Freude daran, sondern auch die Eltern: denn nicht selten findet sich eine Mama oder ein Papa, während der Abhol-Zeremonie, ebenfalls vor der Fotobox…

Unsere Geburtstage haben zwar ein Motto, aber ich halte alles dennoch klein und gebe keine Unmengen für unnötige Dekoration aus. Die Mottos finde ich, vor allem, für meine Planung echt gut, so muss ich nicht lange überlegen, welche Farben ich nehmen möchte oder wie der Kuchen aussehen soll. Ein Regenbogenfest besteht z.B. aus bunten Farben, ein Pferdefest würde ich braun/rosa gestalten. Teller, Gläser und Besteck ist unser normales Geschirr, als Servietten haben wir Servietten aus Leinen oder auch mal Papierservietten an denen ich nicht vorbei gehen konnte. Viele kleine Gläschen stellen wir als Vasen auf den Tisch, bei der Regenbogenparty habe ich sie mit Luftballons überzogen. Aber seien wir mal ehrlich, die Deko machen wir doch eher für uns, weil wir denken, dass Kinder so etwas unbedingt brauchen… Keine Frage, ich finde einen hübsch gedeckten Tisch auch schön und den gibt es hier auch, aber ich denke, dass Kinder es zwar wahrnehmen, aber für sie letztendlich nicht das Wichtigste ist.

Mein großes Mädchen sagte am Abend zu mir, wie glücklich sie sei, dass all ihre liebsten Freunde Zeit hatten, ihren großen Tag mit ihr zu verbringen, dass Onkel und Tante da waren, wie lecker das Essen und wie cool die Schatzsuche war. Da bestätigt sich das vorher geschriebene wieder:

Nicht das Materielle zählt, sondern das Miteinander und die gemeinsame Zeit und die ist es auch, die sie für immer im Herz speichern und bei Bedarf abrufen können.

  • Schokomuffins

weiterlesen

Alltag | Kinder | Schule

Lernen mit Freude. Montessori.

von am September 12, 2019

Das größte Glück!

…2015 waren wir zum ersten Mal dort und seitdem wissen wir, dass dies unsere Schule sein soll. Eine Montessori – Schule in unserer Nähe. Während damals alternative Schulen noch nicht soooo gefragt waren, war es dieses Jahr ein Drama, welches mit vielen, vielen Tränen verbunden war. Vor allem mit meinen. Die Bewerbung und Gespräche waren toll und nicht das Problem, aber das bange lange Warten ob wir einen Platz bekommen, war unglaublich kräftezehrend, wir alle waren einige Monate lang echt angespannt.

Und trotzdem haben wir die Hoffnung und den tiefen Glauben, dass es klappt, niemals aufgegeben. Ende März wurden wir dann erlöst und Melina bekam einen der wenigen, aber so krass begehrten Plätze. Was für ein Glück!

Fragt sich jetzt jemand, warum es eine alternative Schule sein soll? Das erkläre ich euch gerne. Ich (wir!) halten nicht (mehr) viel von dem deutschen Schulsystem, dem Hineinpressen in ein System, Frontalunterricht und dem Hintenanstellen der eigenen Bedürfnisse, die durchaus auch Kinder haben und fühlen. Druck und Stress, der bereits in der Grundschule beginnt. Als wir uns vor einigen Jahren, Melina war knapp 2 Jahre alt, gegen die Regelschule entschieden haben, haben wir uns mehrere Alternativen angeschaut bzw. damit beschäftigt. Immer wieder sind wir zurück zur Pädagogik nach Maria Montessori, die unserer Meinung nach die liebevollste ist, die es gibt und die für unsere  Tochter perfekt passt. Hier wird das Kind in den Vordergrund gestellt, seine Bedürfnisse gehört und wahrgenommen. Individuelle Förderung und Forderung jedes einzelnen Kindes. Achtsamkeit, Offenheit und Empathie. Werte, die für uns sowieso eine große Rolle spielen. Es gibt verschiedene Werkstätten, die allesamt wunderschön sind. Eine kleine Schule, kleine Gruppen, die Grundstufe besteht aus Jahrgangsmischungen mit je 24 Kinder aus der 1. bis 4. Klasse. Die Großen helfen und unterstützen die Kleinen, so wie es auch früher war. Mobbing oder Ausgrenzung ist an dieser Schule fremd. Von all dem abgesehen, ist diese Schule ein absoluter Wohlfühlort, bereits der Weg zur Schule erfüllt einen mit Glück, ein großes Grundstück mit Wald und Wiesen, Kräuter- und Gemüsegarten, vielen Blumen und Bäumen, einem Lagerfeuerplatz und so vielem mehr. Die Atmosphäre ist einzigartig, liebevoll und individuell. Die Lehrer und auch die Schüler ein Traum. Ich habe mich so oft mit Schülern unterhalten, es waren offene, herzerwärmende Kinder, die genau wissen, was sie wollen. Jedes Mal, bei jedem Fest, haben wir uns so sehr gewünscht, dass es unsere Schule wird und ich kann gar nicht beschreiben, wie der Moment war, indem es wahr wurde. Auf uns warten nun 10 Schuljahre, ohne viel Druck in einer wunderbar liebevollen Gemeinschaft.

Fragt sich jemand, ob ich aufgrund meiner Geschichte eine Alternative gesucht habe? Nein, ich hatte eine schöne Schulzeit und zum Glück auch keine Probleme mit Mobbing oder solch schlimmen Sachen. Leider kenne ich aber die Geschichten von Freunden und Bekannten, die mit unfassbaren Dingen zu kämpfen hatten und noch heute an den Folgen von damals leiden und arbeiten (müssen). Dies im Hinterkopf plus die heutige Zeit, in der der Status wichtiger ist, als das Zwischenmenschliche hat uns den Weg frei gemacht, Alternativen zu finden und anzunehmen. Man muss nicht alles hinnehmen, sondern darf sich gern selbst belesen und offen zu seiner Meinung stehen.

Wer Fragen zu alternativen Schulen hat, schreibt mir gerne.

weiterlesen