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Was jeder tun kann.

von am Mai 28, 2018

Hallo meine lieben Leser*innen,

„wie schaffst du das alles“, „woher nimmst du die Kraft“, „warum machst du das alles“… ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich diese Fragen schon gehört habe und einige Dinge musste bzw. habe ich in den letzten Monaten auch wirklich eingestellt bzw. abgegeben, da mir meine Gesundheit sagte „mach mal bisschen langsamer“…

Meine Antwort auf die oben genannten Fragen sind allerdings sehr einfach: Ich will, dass sich etwas verändert. Und wo sollte ich anfangen, als bei mir selbst… und ehrlich gesagt, bin ich so sauer auf mich und stelle mir oft die Frage, warum mein Denken und Handeln erst mit 28 Jahren eingesetzt hat. Aber wie heißt es so schön? Besser spät als nie.

Die Gesellschaft verroht immer mehr, die Gewalttaten nehmen zu, die Tierquäler reihen sich aneinander und um einen herum leben Egoisten. Geht es so weiter wie momentan, leben in nicht weit entfernter Zukunft keine Eisbären und Nashörner mehr auf dieser Welt. Ja sogar die Bienen sind in Gefahr, weil es in sehr vielen Gärten keine Nahrung mehr gibt, weil alles zugebaut oder mit Kies zugeschüttet wird. Was aber oft vergessen wird: ohne Bienen können bzw. werden wir auch nicht mehr lange leben können… Die Massentierhaltung ist der Horror und die Tier-Exporte nehmen ebenfalls zu. Was bitte ist denn los? Die Zeit, den eigenen Hintern in Bewegung zu setzen und anzupacken ist doch schon längst da. Natürlich leben wir hier im schönen Deutschland gut. Aber ist das ein Grund, auf wirklich alles zu scheißen? Entschuldigt meine Wortwahl, aber bei diesem Thema bin ich einfach unglaublich wütend, was auch der Grund ist, weshalb ich darüber noch nicht geschrieben habe. Da sich allerdings die Fragen über Facebook, aber vor allem Instagram nach der diesjährigen Amphibienschutzaktion derart gehäuft haben, habe ich ja versprochen hierzu etwas zu schreiben.

Dieser „Appell“ richtet sich vorrangig an die lieben Mamas und Papas unter Euch. Nehmt Eure Kinder als Vorbild! Legt das Handy zur Seite, geht mit ihnen raus in die Natur und beobachtet sie. Sie werden Euch zeigen, was wichtig ist.

Aber mal zurück zum Thema. Wie ich das alles schaffe weiß ich manchmal selbst nicht. Die Anfragen die mich erreichen beantworte ich, wie ihr ja seht, meist spätabends, nachts oder am frühen morgen. Dann, wenn die Kinder schlafen. Tagsüber beschäftige ich mich mit meinen zwei Mädchen, weil ich nicht will, dass in ihrer Erinnerung „Mama ist nur am Handy“ bleibt. Eure Anfragen, vor allem aber die, die wirklich letztendlich etwas ändern, helfen und auch sich selbst reflektieren, geben mir Kraft und machen vor allem Mut, dass „wir“ doch immer mehr werden. Ich danke Euch sehr dafür. Für all die vielen Nachrichten und „Updates“.

Aktiv etwas zu bewirken ist eigentlich nicht schwer. Das Schwierigste ist das Ausbrechen aus unseren Gewohnheiten. Und dies merkt man am meisten beim Einkauf von Lebensmittel und deren Zubereitung. „Du hast die Wahl. Jeden Tag am Supermarktregal“, das ist einer meiner Lieblingssprüche, denn er sagt einfach die Wahrheit. Entscheidest du dich für deine Gesundheit und gegen das Leid vieler Tiere? Oder bleibst du bei alten Gewohnheiten? Ich hoffe ersteres. Meiner Meinung nach muss man nicht alles sofort ändern, es geht auch in kleinen Schritten. Weniger Fleisch, dafür aber bio und regional. Eier ebenfalls vom Biohof. Aber Milch, dieses Thema finde ich furchtbar und da fällt es mir wirklich schwer zu sagen „erstmal weniger“. Schweifen wir ein wenig ab: Säugetiere sind Tiere, die ihre Kinder in sich tragen und sie gebären. Menschen übrigens sind ebenfalls Säugetiere. Kühe sind schwanger wie wir, fühlen und spüren die Tritte wie wir, sind so lange schwanger wie wir und sie lieben ihr Baby. Wie wir. Sie würden ihr Baby genauso stillen wie wir, doch sie dürfen nicht, weil der Mensch Kuhmutter und Kuhkind trennt, um sich selbst die Milch zu holen. Die Mama schreit nach ihrem Kind und umgekehrt. Sie sehen sich nie wieder. Wie würde es UNS gehen? Die Kuhmutter wird immer wieder geschwängert, während das Kälbchen, sofern es männlich ist, zu Wiener Schnitzel verarbeitet wird und sehr oft in Menschenkindermägen landet. Ich finde dafür keine Worte, nur das ich dies mit Schizophrenie gleichsetze. Und das ich traurig bin, dass es so viele -vor allem Mamas gibt- die diese Empathie gegenüber anderen Müttern nicht fühlen können oder wollen oder einfach Angst haben „anders zu sein“.

Aktiv sein – wie geht das? Es gibt zig verschiedene Dinge um die man sich kümmern kann.

  • Februar/März: Amphibienschutz, Retten von Amphibien. Kröten, Molche, Frösche. Allesamt sind sie ein sehr wichtiger Teil des Ökosystems und müssen geschützt werden. Ansprechpartner ist hier der BUND Naturschutz, auf deren Internetseite findet ihr Ortsgruppen in all möglichen Städten. Schreibt eine Mail oder ruft an und fragt, was ihr tun könnt. Gibt es noch keine Ortsgruppe? Dann gründet eine. Irgendwer muss ja mal anfangen. 🙂
  • September/ Anfang Herbst: Fledermaus- und Vogelnistkästen müssen überprüft und gesäubert werden. Auch hier ist Ansprechpartner der Bund Naturschutz.
  • ganzjährig: Vereine oder private Auffangstationen für Eichhörnchen, Vögel und/ oder Igel brauchen immer dringend Hilfe, googelt einfach ob es solche Stationen gibt oder fragt beim Tierheim was gebraucht wird. So viele Stellen freuen sich auch einfach „nur“ über eine Ladung Nüsse oder allgemein Futter.
  • ganzjährig: Fragt bei euch im Tierheim nach, ob sie Hilfe benötigen. Vor allem die Tierheimhunde sind auf „Gassi-Geher“ angewiesen und auch die Katzen freuen sich über Streicheleinheiten.
  • IMMER: haltet einfach Eure Augen offen und helft verunfallten Tieren. Ich habe seit Jahren eine „Tierrettungskiste“ im Auto, eine kleine Box und dazu Handschuhe, Pipetten, Zucker, Decke und Handtücher. So können zB verunfallte Vögel geborgen und sicher zum nächsten Vogelkundigen Tierarzt (oder Vogelklinik) transportiert werden. Ganz wichtig: RUHE bewahren! Den Vogel vorsichtig aufheben und in die Box (ein Karton mit Luftlöchern tut es zur Not auch!) setzen. Kein Futter, kein Wasser!
  • ganzjährig: es gibt zig Vereine, die sich für alles mögliche einsetzen. Für Tiere, gegen Tiertransporte, gegen Schächten, Naturschutz, ja sogar politische Parteien gibt es bereits. Auf Straßenfesten (Vegan Street Day, Feste im Tierheim, allgemeine Straßenfeste usw.) lernt ihr diese kennen und dort könnt ihr auch gleich schauen, ob ihr euch mit dem jeweiligen Verein identifizieren könnt und euch vorstellen könntet dort aktiv zu werden. Aktiv muss ja nicht gleich heißen, dass man ständig und überall Leute anquatschen muss. Viele Vereine brauchen auch Leute im Hintergrund, um Flyer zu entwerfen, administrative Tätigkeiten, Telefonakquise oder Vorbereitung von diversen Kostproben für Infostände. Es gibt so viel was man tun kann.
  • IMMER: habt ihr einen Garten oder Balkon? Dann bitte pflanzt Blumen, Stauden, Sträucher, die Bienen und andere Insekten anziehen. Lasst alles blühen und erfreut euch an den Insekten, die es annehmen. Vielleicht ist es auch möglich einen Platz zu lassen, wo wirklich alles frei wachsen kann, eine Wildblumenwiese oder einfach Klee. Bienen lieben es. Es muss ja nicht an einer Stelle sein, wo wir alle dauernd barfuss laufen… Es gibt nichts schöneres als im Garten zu liegen und von Vogelgezwitscher und Summen umringt zu sein (finde ich). Und bitte: füttert die Wildvögel auch im Sommer! Denn auch sie haben wirklich Probleme ausreichend Nahrung zu finden. Ist das nicht schlimm und traurig?
  • Regionalgruppen: Proveg (ehemals VEBU) hat auch in mega vielen Städten Regionalgruppen, die man einfach auf deren Seite findet. Schließt euch an, lernt Leute kennen, denen die Welt auch nicht egal ist und beginnt aktiv zu werden. Es ist so toll! Das Klischee, dass alle sich engagierenden Leute (vor allem im Tierschutz) die mega „Ökos“ sind, nur in uralt-Schlappen, mit Jutesäcken und ungepflegt und stinkend durch die Gegend laufen, ist völliger Schmarrn und ganz blödes Schubladendenken. Wie ihr ja auf Instagram seht, bin auch ich nicht überall der super mega klischeeumworbene Öko, ich liebe Spezi (inzwischen aber noch lieber Karamalz) und gezuckerte Kekse und gehe im konventionellen Laden einkaufen. Und ich esse gerne „Fleischersatzprodukte“… All das ist aber kein Grund, einfach alles was gut ist zu unterlassen. Wie gesagt, hilfreich sind auch die Kleinen Schritte und anfangen muss und sollte man immer bei sich selbst.

So, ich hoffe, dass ihr mit diesen Infos erstmal zurecht kommt, wenn nicht oder noch was fehlt: schreibt mir. 🙂

 

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Buchempfehlung | Kinder

Meine ewig währende Bücherliebe.

von am November 6, 2017

Bücher und auch Bibliotheken oder Buchhandlungen liebe ich schon immer. Viele Jahre habe ich nebenbei in der Stadtbibliothek gearbeitet, es waren wunderbare Jahre. Die neusten, aber auch uralte Bücher in der Hand zu halten, sie durchstöbern zu können und sie wieder an ihren Platz einzuräumen, wunderbar! Für mich war dies der beste Nebenjob überhaupt.

Ich erinnere mich noch gut, dass wir früher zuhause sehr viel gelesen haben, immer hatte jemand Zeit für mich und ein Buch. Sich bei Regen, Sturm und Kälte mit einem Buch auf die Couch oder ins Bett kuscheln zu können liebe ich eigentlich noch immer. Eigentlich… Seit 4 Jahren ist dies nun nicht mehr so einfach. Aber die Kinder sind inzwischen 4 und 1, die Nächte werden langsam besser, ich bin nicht mehr mega müde, so dass ich mir oftmals abends den Luxus erlauben kann, wenigstens ein paar Seiten zu lesen. Das ist so, so schön.

Mein erstes Pixibuch „Ein kleiner Hund sucht sich ein Heim“ habe ich noch immer. Seit ich reden kann, kann ich dieses Buch auswendig. Wahrscheinlich legte dieses Buch sehr früh schon den Grundstein irgendwann im Tierschutz zu landen…

Und weil ich eben Bücher so gerne mag und sie mich mit Freude an meine Kindheit erinnern, habe ich schon früh damit angefangen, Melina Bücher vorzulesen. Sie war 6 Monate alt und ich entdeckte beim Durchstöbern der Buchhandlung das Buch „die Schnecke und der Buckelwal“, ein so süßes, liebevoll geschriebenes und hübsch illustriertes Buch darüber, dass man -auch wenn man nur ganz klein ist- viel bewirken kann, denn die kleine Schnecke rettet dem großen Wal das Leben. Dieses Buch wurde unser gemeinsames Lieblingsbuch und obwohl es eigentlich viel Text hat, hörte Melina immer gerne zu, während ich las und holte es schon früh selbstständig aus dem Regal. Dicke Pappbilderbücher ohne Text für Babys mag ich nicht. Toll dagegen finde ich die unkaputtbaren Baby Pixi Bücher, von denen wir einige hatten bzw. noch immer haben.

Auf Flohmärkten findet man allerlei Bücherschätze. Die kleine Raupe Nimmersatt, die Pimpelmaus, eine ganze Reihe von den „Wieso? Weshalb? Warum?“ Büchern, Wimmelbücher und total süße Geschichten. Aber manchmal komme ich nicht drumherum, doch mal in eine Buchhandlung zu gehen und die neusten Werke durchzuschauen. Leider schaffe ich es, trotz Disziplin, niemals ohne leere Hände wieder raus. Glücklicherweise gibt es aber sogar bei uns eine Bücherei, die wir total gerne besuchen, dort findet man nicht nur Bücher, sondern auch Hörspiele und Zeitschriften. Für Kinder und Erwachsene.

Ein paar unserer absoluten Lieblingsbücher habe ich Euch mal hier zusammengestellt, vielleicht sucht noch jemand ein Geschenk. Alle Bücher sind durchweg wundervoll geschriebene Geschichten. „Lass mich frei“ ist ein Buch ohne Text, die Geschichte dazu kann man erfinden. Hier ist meine Rezession dazu. Das perfekte Buch für Menschen, die Tiere lieb haben. „Maulwurf und der kleine Vogel“ ist ebenfalls ein Buch darüber, dass Tiere, in dem Fall ein kleiner Vogel, nicht eingesperrt sein möchten. So süß illustriert, mit einem sehr liebevollen und verständlichen Text.

„Der kleine Fuchs im Winterwald“  passt perfekt in die kalte Jahreszeit. Melina hat das Buch in einer Buchhandlung entdeckt und hat es seitdem quasi nicht mehr aus der Hand gelegt… Ihr gefällt an dem Buch ganz besonders, dass die Seiten glitzern… Auch „Willi Wolke und der kleine Spatz“ wollte sie unbedingt haben, trotz des vielen Textes.

„Der Baum der Erinnerung“ ist ein kindgerechtes Buch über das Sterben. Da der Tod von unserem geliebten Kater noch immer allgegenwärtig ist, wird dieses Buch oft angeschaut.

Ich habe für Melina außerdem zwei kleine Büchlein designed. Mit ihren Lieblingsmenschen und Tieren. Diese beiden Bücher mussten immer und überall mit hin und auch heute stehen sie noch im Regal und werden sehr gerne angeschaut. Ein paar der Tiere sind schon verstorben, auch dann kommt wieder der Baum der Erinnerung zum Einsatz…

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Ausflug | Kinder | Tierschutz

Ausflüge auf Gut Aiderbichl Iffeldorf

von am Februar 9, 2016

In den letzten Monaten waren wir oft auf Gut Aiderbichl, weil Melina gerne die Tiere besuchen wollte.

Kinder sind von Natur aus emphatisch. Sie können sich in die Gefühle von Tieren reinfühlen.

Leider ist es so, dass dieses „Verhältnis“ zu anderen Lebewesen „abtrainiert“ wird, seitens der Eltern und des Umfeldes. Es ist normal, dass man Tiere isst. Es ist normal, dass man Zirkusse mit Wildtieren besucht, in den Zoo geht… Die meisten Menschen denken nicht darüber nach, dass dies vielleicht falsch sein könnte. Habe ich ja auch nicht.

Heute weiß ich es besser. Ich möchte meinem Kind bestimmte Werte vermitteln. Respekt vor anderen Lebewesen, ich wünsche mir, dass sie ein Mädchen wird, dem Schwächere nicht egal sind. Da beziehe ich jetzt auch Menschen mit ein. Ich wünsche mir, dass sie ihre Augen nicht vor dem ganzen Leid verschließt, sondern dass sie Hilferufe wahrnehmen kann. Dass sie eingreift, wenn etwas unrechtes geschieht.

Und ich hoffe, dass der Weg wie wir ihn gehen, richtig ist und dass sie so emphatisch bleibt wie sie ist.

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