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Wegwerfwindeln oder Stoffwindeln?

von am Juli 28, 2017

Inzwischen erreichen mich viele Fragen zu unterschiedlichen Themen. Nach und nach werde ich jetzt darüber schreiben. Ich möchte mit den Fragen anfangen, die sich in den letzten Monaten gehäuft haben. Eine davon war, welche Windeln wir nutzen.

Hätte man mir vor einigen Jahren gesagt, dass ich mal mit Stoffwindeln wickeln würde, dann hätte ich demjenigen wahrscheinlich einen Vogel gezeigt, denn a. wollte ich früher keine Kinder und b. mit Sicherheit nicht mit Stoff wickeln. Gedanken habe ich mir darüber aber nie gemacht.

Auch als ich schwanger war, war das Thema „Windeln“ überhaupt nicht relevant. Für mich war klar, dass ich keine Produkte von Firmen kaufe, die zum Beispiel Tierversuche durchführen, aber an Stoffwindeln habe ich tatsächlich nie gedacht, nicht mal ansatzweise.

Als ich dann in Melinas ersten Lebensmonaten eine Freundin besser kennenlernte sah ich diese hübschen bunten Windeln an ihrer Tochter und fragte sie, was das sei. Stoffwindeln… Krass. Ich weiß noch, wie ich nach unserem Treffen lange darüber nachdachte und zu dem Schluss kam, dass ich mit Stoffwindeln hässliche weiße Mulltücher in Verbindung gebracht hätte. Völlig falsch gedacht…

Es vergingen allerdings noch viele Monate, bis ich mich wieder mit dem Thema beschäftigte. Melina war inzwischen 1,2 Jahre alt und ich sah zufällig ein Stoffwindel-Angebot auf Ebay. Ich fragte dann meine Freundin kleinlaut, ob es überhaupt sinnvoll wäre, „jetzt noch“ auf Stoffwindeln umzusteigen. Ein klares „auf jeden Fall“ war ihre Antwort. Also orderte ich die Stoffwindeln und wickelte Melina ab diesem Zeitpunkt mit Stoff. Ich hätte es ja echt nicht für möglich gehalten, aber es war toll!

Es fühlte sich richtig gut an, keine Windeln mehr in den Abfall zu werfen. 400 Jahre benötigt eine einzige Windel um zu verrotten. Über den Müllberg, den ein Kind verursacht, habe ich nie nachgedacht… Blöd eigentlich.

Bei Melina fing ich mit einem All-in-One-System mit einknöpfbaren Einlagen an. Close Pop In ist der Name. Auch Papas und Omas kommen durchaus mit so einem System zurecht. Die Windel wird nicht in den Abfall, sondern in den Wäschekorb geworfen. Waschen tut ja eh Mama… klar macht es Mehrarbeit, aber die war es mir wert.

Durch die Stoffwindeln merkte Melina nun schnell, wenn es nass war und wollte natürlich aus der Nässe raus. Sie zeigte also an, dass sich etwas in der Windel befindet. Es vergingen nur ein paar Wochen und sie ging aufs Töpfchen. Nur nachts trug sie noch eine Windel. Mit 2 Jahren war sie komplett trocken, tags und nachts. Dass das Windelthema so schnell erledigt sein würde hätte ich nie gedacht. Ich fand es absolut klasse. Auch für Melina war dies ein ganz neues und tolles Gefühl und es gefiel ihr sichtlich gut, nun aufs große Klo gehen zu können.

Für Kristina besorgte ich noch weitere Stoffwindeln, da ihr die Pop Ins nicht ganz so gut passten wie Melina. Ich probierte einige Windelsysteme aus, bzw. las darüber auf diversen Stoffwindelseiten, verglich die Passform mit Kristinas Form und landete letztendlich bei Bambino Mio. Hier gibt es zwei verschiedene Systeme.

1.) Die All-in-One Windel: Überhose und Einlage sind miteinander vernäht. Die Windel wird benutzt wie eine Wegwerfwindel, nur, dass sie eben im Wäschekorb statt im Müll landet. Für das große Geschäft legt man ein dünnes Windelvlies rein, was dann mit im Klo entsorgt werden darf.

2.) Zweiteilige Windel: das bedeutet Überhose +  Mullwindel + Einlage. Einlagen gibt es zig verschiedene. Aus Baumwolle, Bambus, Hanf, Viskose etc. Verschiedene Formen und Größen gibt es sowieso.

Momentan mache ich es so, dass ich unterwegs die AiO’s dabei habe. Zuhause dagegen „arbeite“ ich am liebsten mit Überhose, Mullwindel und Einlage. Den Tipp hat mir meine Freundin gegeben und es funktioniert echt hervorragend.

Bei der Überhosen-Variante sehe ich außerdem viele Vorteile:

° viel günstiger! Mullwindeln gibt es für minimales Geld und Einlagen kosten auch nicht die Welt, oftmals wird man auch auf Ebay Kleinanzeigen schnell fündig. Überhosen benötigt man 2-3, diese kosten wesentlich weniger als die AiOs.

° die Einlagen und Mullwindeln kann ich auf 95 Grad waschen und beides darf in den Trockner, somit ist die Wäsche schnell erledigt und beides wieder einsatzklar. Die Überhose muss man nur bei Verschmutzung oder halt ab und zu mal waschen.

Das AiO System ist nicht trocknergeeignet und außerdem nur bei 40 Grad waschbar. Und die Windeln sind wesentlich teurer.

Von Bambino Mio sind auch unsere Schwimmwindeln. Diese gibt es inzwischen sogar im DM! Wer lieber eine mit Klett möchte, dem kann ich Tots Bots empfehlen, haben wir auch. 🙂

Und noch ein weiterer Vorteil:

° Stoffwindeln kann man gut wieder verkaufen!

Diese Seite gibt super Auskunft über Stoffwindeln. Hier könnt ihr euch informieren, bestellen und testen.

 

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Info | Kinder | Nachhaltigkeit | Second Hand

Alles neu oder lieber Second Hand?

von am Juli 19, 2017

Früher, bevor ich anfing mir Gedanken über Tiere, Natur und Umweltschutz zu machen, hatte ich -im Nachhinein gesehen- echte Luxusprobleme. Gesehen und gesehen werden… Welches Kleidungsstück passt zu welchen Schuhen, der passende Gürtel, die passende Tasche… Alle 3 Wochen ein Besuch beim Friseur, ins Nagelstudio und und und. Jedes Wochenende feiern, natürlich mit Champagner. Jede Woche war ich shoppen… Ich schreibe das und denke mir „oh Gott, was für eine Tussi…“ Ja, genau.

Nunja, aber Zeiten ändern sich, man sieht und begreift, dass es weitaus wichtigere Sachen gibt. Was nicht heißt, dass man nicht weiterhin auf sich achten kann. Seit über 7 Jahren liebe ich nun Flohmärkte. Den Mädelsflohmarkt im Feierwerk zum Beispiel. Kinderflohmärkte oder Kleidertauschpartys mit tollen Mädels oder Freundinnen…

Da meine Familie sehr Allergie-vorbelastet ist, war es mir vor allem bei den Kindersachen wichtig, keine neue Kleidung zu kaufen, allein schon wegen den vielen Schadstoffen, die sich nunmal erst mit der Zeit rauswaschen. Es gibt in unserem Umkreis zig Flohmärkte, wo man perfekt shoppen kann. Es ist nicht überlaufen wie in München und die Sachen sind weder aufgetragen noch hässlich. Im Gegensatz: oftmals sind es Sachen, die maximal 2 Jahre alt sind. Oder Spiele, Bücher und vieles mehr.

Die einzigen Dinge, die wir nach Melinas Geburt neu angeschafft haben, waren Maxi Cosi, Hochstuhl, den Autokindersitz und meine geliebte „Fräulein Hübsch“ Babytrage. Später kamen dann noch ein Buzzidil und ein Onbuhimo hinzu.

Inzwischen ist Melina fast 4 Jahre alt und sucht sich durchaus in Geschäften auch mal etwas aus, allerdings gehen wir in keinster Weise so exzessiv shoppen, wie ich es damals getan habe. Sie beschwert sich aber auch nicht, denn auch sie versteht meine Umweltgedanken. Davon abgesehen kosten uns Sachen auf Flohmärkten nur einen Bruchteil von eventuellen Neuanschaffungen und so bleibt einfach auch mal -wenn auch wenig- Geld übrig…

Einen Leseausweis für unsere Gemeinde-Bücherei haben wir auch. Hier gibt es Kinderbücher, Sachbücher, Zeitschriften, Hörspiele für Kinder und Erwachsene, aber auch Koch- und Wanderbücher. Ich finde es toll, wenn man diese Sachen nicht alle selbst kaufen muss.

Büchereien gibt es übrigens in München zuhauf und auch in den umliegenden Gemeinden.

 

 

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